Mein vorletztes Wochenende in Ghana sollte zugleich mein letztes sein, an welchem ich noch einmal aus Accra herauskommen würde. Und so ging es mit einigen Leuten ein weiteres Mal nach Ada Foah.



Abends beim Lagerfeuer am Strand.
Ich kann trotz oder gerade wegen des zweiten Besuchs der Landzunge zwischen dem Meer und dem Volta-Fluss nur sagen, dass es der für mich schönste Strand in Ghana ist. Zwar fehlt es an Komfort wie fließendem Wasser, gutem Essen, anständigenToiletten usw., aber die Landschaft und die Ruhe, die man dort erfährt, machen alles einfach mehr als wett.

Lebensmotto in Ghana: "Es ist nie zu spät, wenn man lange lebt". Alles eine Frage der Perspektive. :)
Nach diesem entspannenden Wochenende begann dafür eine um so anstrengendere Arbeitswoche, da die Zeit bzgl. der Umsatzsteuersache drängte, und ich fertig werden wollte. Aber zum Glück oder besser danke meines und Felix' Engagements ging alles gut.
Nun ist es auch nicht mehr lang bis zu meinem Abflug, welchem ich mit gemischten Gefühlen entgegensehe. Einerseits freue ich mich Euch wiederzusehen. Andererseits habe ich mich mittlerweile in Ghana eingelebt, wo es einfach entspannter ist, und auch das Umfeld ist im Moment wirklich Klasse. Aber man soll bekanntlich dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Trotzdem schade!
Heute ist mir auch gleich wieder aufgefallen, wie freundlich die normalen Leute in Ghana sein können – na, bis auf die meisten Bedienungen im Restaurant eben ;). Erst hat mir eine Verkäuferin ein paar Chilischoten auf dem Markt geschenkt und dann habe ich eine Frau nach Brot gefragt, woraufhin sie meinte, dass sie keines habe, aber ich mich erstmal hinsetzen solle. Sie ist dann mit meinen 3000 Cedi verschwunden und kam nach einiger Zeit mit einem Brot wieder. Wahnsinn!
Die Wartezeit nutze ich wiederum, um mir von meinem Schemel aus die nähere Umgebung anzuschauen. Nur einige Meter von mir fand eine Begräbnisfeier statt, die man sogar eine Feier nennen kann, da fröhlicher High-Life gespielt wurde. Ich finde eine ganz gute Art jemanden zu veabschieden und sich an die guten Zeiten mit ihm zu erinnern. Life goes on!
Anders als in Deutschland trägt man in Ghana bei einem Begräbnis jedoch nicht nur schwarz. Je nach dem Alter des/ der Verstorbenen trägt man schwarz/ rote traditionelle Kleidung, falls dieser in jungen Jahren gestorben ist. Und je älter die Person geworden ist, desto mehr weiße Kleidung mischt sich unter die Gäste.
Merkwürdig ist jedoch die Sitzordnung der Leute, die draußen auf der Straße unter einem Zeltdach saßen. So waren die Stühle wie in einem Kino in Reihe neben- und hintereinander gestellt mit Blick auf die Wand. Kleine Gesprächsgruppen gab es zwar, aber das war eher die Ausnahme. Allerdings laufen auf diese Weise alle Feierlichkeiten in Ghana ab.
Dass die Ghanaer trotzdem tanzen können, kann man jedoch abends in den verschiedenen Bars beobachten. Und ja, es sieht wirklich alles irgendwie schöner oder besser gesagt „runder“ aus. Aber davon ließen wir „Obrunis“ (weißer Mann) uns nicht abhalten. ;) Mir wurde sogar schon einige Male gesagt, dass ich wie ein schwangerer Fisch tanze...habe aber später mitbekommen, dass das ein Kompliment ist. WOW!
Dieses Wochenende blieb ich dann in Accra. Vorrangig um zu lernen, was aber gestern wegen der Hitze in die Hose ging, da im Büro die Klimaanlage aus war. Außerdem war ich noch etwas müde von den letzten Tagen, an denen ich mich abends noch etwas...äh...umgeschaut hatte. :)
Dafür habe ich am Samstag endlich meine kurzen Schlafanzughosen abgeholt, die meines Erachtens sehr schön geworden sind. Zwar musste ich mehrmals beim Schneider vorbeischauen, da er am morgen nach einer Woche noch nicht einmal angefangen hatte. Aber schließlich war er am Nachmittag fertig, auch wenn er es verpeilt hat, anstelle eines Gummibundes eine Kordel zu machen. Aber was solls, da ich dafür nach erneuter Preisverhandlung einen satten Rabatt bekam. :)
Sören hatte bei dieser Gelegenheit seinen langen Schlafanzug abgeholt, dessen Bild ich nicht vorenthalten will.

Wo gehts zum nächsten Reisfeld? :)
Und wenn es auch schwer zu glauben ist, habe ich mich dennoch erkältet. Hier in Ghana bei 30-40 Grad! Ich glaube, dass es wohl an der Klimaanlage in Christophs ehemaligen Büro gelgen hat, die die Woche als einzige funktionierte. Den „Klimawandel“ habe ich anscheinend nicht so gut verkraftet. :)
Ich wünsche Euch jedenfalls noch einen angenehmem und erkältungsfreien Sonntag!

































