Mittlerweile bin ich jetzt schon mehr als zwei Wochen in Ghana und fühle mich, als wenn ich schon wesentlich länger hier bin. Ist schon komisch, wie sich der Mensch an eine neue Umgebung gewöhnen kann.
Am Wochenende war ich mit einigen Leuten am Kokrobitey Beach in der Nähe von Accra. Einem schönen Strand, an dem sich auch eine kleine, ähm, Übernachtungsanlage befindet, bei der wir untergekommen sind. Diese besteht aus mehreren Hütten, in denen ein paar Betten stehen, einen Deckenventilator besitzen, der zum Stromsparen am besten ausgeschaltet bleiben sollte. Auf dem Schild, welches gleich neben dem Schalter angebracht war, wurde dies so schön mit der Bitte um Rücksicht auf die knappen Energieressourcen im Land begründet.
Meine Unterkunft
Lustigerweise sieht es in der Umgebung der Anlage eher trocken aus. Die Anlage ist daher mehr als "Touristenoase" zu sehen. :)
Trotzdem gab es kein fließend Wasser, so dass man zum Duschen einen Eimer aus einem Brunnen mit Wasser benutzen konnte, das aber irgendwie zum Ambiente passte. Bei den Toiletten genau dasselbe, bis auf das, dass die Eimer schon voll waren. :)
Am Abend gab's Pizza bei einem echten Italiener, der sich dort niedergelassen hatte, und die auch ganz gut schmeckte. Danach war in der Anlage Reggae angesagt mit einer Liveband! Sehr schön, auch wenn ich auf Dauer gut etwas schnelleren Dancehall oder ähnliches vertragen hätte.
Der nächste Tag war dann ganz dem Baden gewidmet. Außerdem konnte ich so einiges gegen mein immer noch „weißes T-Shirt“ am Oberkörper unternehmen. Leider konnte ich keine Bilder machen, da wegen der großen Diebstahlgefahr empfohlen wurde, nichts mit zum Strand zu nehmen. Und jetzt extra hin- und herzulaufen war ich etwas zu bequem. Ich hoffe, ihr seht mir das nach.
Am Strand wurde ich dann, nachdem sie nach und nach die anderen Weißen abgeklappert hatten, von einer kleinen Schar Kinder umringt. Zu meinem Leidwesen hatten sie meine Sonnencreme entdeckt, die sie zunächst für eine Duftcreme hielten, da sie eigentlich ganz gut riecht. Nachdem ich Ihnen den eigentlichen Zweck erklärt hatte, fingen sie auch an sich und dann vor allem mich einzucremen, was mir ehrlich gesagt etwas unangenehm war. Und das nicht nur, weil ich dachte, die wolen irgendwann Geld dafür. ;) Und jetzt lacht gefälligst nicht! Das war immer noch besser, als zuvor, als ein kleines Mädel eifrig dabei war, Wasser in meinen Bauchnabel zu gießen. Aber leider bin ich gegen kleine Kinder total machtlos...allerdings hatten sie dann auch schnell ein anderes „Opfer“ gefunden.
Montag war Skatabend mit Deutschen, die schon länger in Ghana sind, wozu eigentlich jeder eingeladen ist. Gastgeberin war Stephanie, die echt nette Frau von meinem Chef, und es gab auch kleine leckere Häppchen. ;)
Was mich aber etwas beeindruckt hat, war, dass das Haus von einer hohen Mauer umgeben war und dort neben dem Pförtner auch eine Köchin, Kindermädchen etc. arbeiteten. So ähnlich wie man es aus Südafrika kennt. Dies ist aber wohl typisch für alle, die länger in Ghana leben, da man letztlich ja doch unter sich bleibt und mit Hinsicht auf die Sicherheit („Denn alle Weißen sind erstmal grundsätzlich reich“) keine Risiken eingehen will.
Gestern wurde auf dem Compound, wo mehrere Praktikanten verschiedenster Länder untergebracht sind, zum Abschied von Timo gegrillt. Tja, auch hier gibt’s sowas. ;)
10.000 Cedis, etwas weniger als ein Euro. Zu sehen die 6 wichtigsten Leute im Land. Fragt aber nciht, ich habe keine Ahnung.
Diese Woche hatten wir auch im Büro Stromausfall, wobei ich nicht sagen kann, woran das lag. Jedenfalls funktionierte der Fahrstuhl nicht oder besser nicht mehr, wie man an einigen Rufen aus dem Fahrstuhlschacht feststellen dufte. Daher hatte man das Vergnügen in den 12. Stock zu Fuß die Treppen hinauf zu steigen. Ich beneide nicht die Fahrer, die die Briefe ausfahren müssen!
Da Stromausfälle doch ab und an vorkommen, verfügen die Rechner in unseren Büros über einen zwischengeschalteten Akku, so dass die Rechner bei Stromausfall nicht einfach ausgehen. Naja, bis auf einen Rechner und jetzt ratet mal, wem der gehört hat! Zum Glück speichert MS Office zwischendurch ab und an ab!
Einen netten Nebeneffekt hatte der Ausfall dahingehend jedoch, dass ich auch weiterhin zumindest am Morgen bis in den 12. Stock hochlaufe. Denn Sport ist hier eigentlich – bis auf ein überteuertes Fitnessstudio - gar nicht möglich. So laufe ich morgens zur Haltestelle, fahre zur nächsten und gehe von dort ins Büro, was zum Glück auf der Route, die ich fahren muss, ca. 15 min entfernt ist. Das wars! Zwar ist meine Kondition schon im 6. Stock arg angeschlagen, aber das wird hoffentlich besser.



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