Sonnenbrand! Auch wenn ich es angesichts des meist bewölkten Himmels nicht für möglich gehalten hätte, ist es doch passsiert.
Aber beginnen wir lieber von vorn!
Samstag bin ich mit Moritz von Accra mit dem Tro-Tro aus westlich nach Cape Coast gefahren, wobei sich bereits schon die Fahrt als solches abenteuerlich gestaltete. Da ich nur wusste, dass die Tro-Tros vom Kaneshi-Markt aus fuhren, sind wir erstmal dorthin gefahren, um dann weiterzusehen. Allerdings erstreckt sich der Markt über eine weite Strecke, so dass wir uns durchfragen mussten, was irgendwie damit endete, dass ich am Arm gepackt und zu einem Tro-Tro geschleift wurde, der sich irgendwo auf einem riesigen Parkplatz voller anderer Tro-Tros befand. Da in selbigem bereits zwei Leute saßen, und auch der Preis in Ordnung ging – etwas weniger als 3 Euro für ca. 140 km Fahrt - , stiegen wir ein mit der Erwartung, dass es bald losginge. Nach wohl mindestens einer Stunde warten, wurde uns klar, dass der Fahrer erst losfährt, wenn der Tro-Tro wirklich (!) voll ist. Währenddessen wurde der Kleinbus von einer „Horde“ verkaufsinteressierter Ghanaer umlagert, so dass ich mir etwas wie in einem alten Western vorkam. Nach einer kleinen Diskussion mit dem Typen, der uns die Tickets verkauft hat, ging es dann auch endlich los.
Dieser wollte von uns weiteres Geld haben, da wir mit unseren Rucksäcken noch zwei weitere „Sitzplätze“ beschlagnahmen würden. Von wegen Sitzplätze – ich konnte mich jedenfalls nicht normal hinsetzen, da die Sitze zu eng beieinander lagen, so dass ich mich etwas seitlich drehen musste! Wir haben letztlich die Rucksäcke dem Typen gegeben, so dass er die von hinten unter die Sitze stopfen konnte, welche nach der Fahrt auch so aussahen.

So siehts im Tro-Tro aus. Tatsächlich ist es noch enger. :)
In Cape Coast selbst haben wir das Cape Coast Castle besichtigt, welches den Briten als Ausgangsort für ihre zahlreichen Sklaventransporte aus ganz Afrika zum amerikanischen Kontinent diente. Unter welch menschenverachtenden Umständen dies geschah, konnten wir einer Führung sowie der dortigen Ausstellung unternehmen. So mussten die Sklaven zu 200. in Räumen von Klassenzimmergröße teilweise mehrere Wochen unter Tage nur durch ein oder zwei winzige Löcher erhellt ausharren, um dann wie Waren gestapelt die Überfahrt anzutreten. Aufrührer wurden separiert und wurden in einem fensterlosen Raum gesperrt, wo sie verhungerten oder verdursteten.

Cape Coast Castle Innenhof

Blick auf Cape Coast
Am Abend ging es dann zu unserem „Anomabo Beach Ressort“ - einer Bungalowanlage, direkt am Meer – die Bilder sprechen für sich, wo wir den Sonntag am Strand bei ausnahmsweise richtig sonnigen Wetter verbrachten! Resultat siehe oben...



Straße nach Anomabo
Am Nachmittag sind wir, dem Bewegungsdrang folgend, nach Anomabo gelaufen, einem nahen Ort, in dem es nichts zu sehen gibt. Allerdings wurde hier einem wieder klar, wie eng der von der Hotelanlage ausgestrahlte Wohlstand und die Armut der Leute zusammenliegen. Dennoch strahlen die Leute eine Lebensfreude aus, die man so nicht vermuten würde, und bei denen wir Deutsche uns eine Scheibe abschneiden können! Fotos habe ich davon jedoch nicht gemacht. Zum einen würde das den Leuten nicht gerecht werden, und zum anderen würde ich wahrscheinlich auch nicht schnell genug weglaufen können, sobald sie das mitbekommen.
Nachdem wir die Nacht wieder im Beachressort in einem Bungalow ohne Dusche und WC, welche sich ähnlich einem Campingplatz in einem Extragebäude befanden, verbracht hatten, ging es am Montag zum Kakum Nationalpark, wo man zwar keine Tiere sehen konnte, obwohl es sogar Elefanten dort geben soll, aber dafür Hängebrücken, die zwischen den Bäumen gespannt sind, begehen konnte. Sehr eindrucksvoll trotz meiner etwas ausgeprägten Höhenangst! Aber auch wenn eine Chance bestanden hätte, Tiere zu sehen, wäre dies nicht möglich gewesen, da dem Gang über den „Canopey Walk“ sich eine Gruppe laut krakelender Ghanaer angeschlossen hatte, die nach england ausgewandert sind, und nun zum Urlaub in Ghana war. Und ob ihrs glaubt oder nicht – auch japanische Touristen waren dabei. :)



Nach einer anschließenden kleinen Wanderung mit einem Paar ebenfalls aus Deutschland.unter Leitung eines Führers, der uns einige Pflanzen und Bäume mit ihren Heilwirkungen zeigte (sahen für mich alle gleich aus), fuhren wir zurück nach Cape Coast, um mit einem STC-Bus nach Accra zu gelangen. Dieser sollte nach dem Reiseführer wesentlich billiger sein und auch mehr Platz bieten, was im ersten Fall schlichtweg gelogen war, und im zweiten nur bedingt zutraf. Jedenfalls konnte man ordentlich sitzen, weshalb ich die Fahrt auch schlafend verbrachte.
Gestern hatte Kofi Geburtstag! 32 auch wenn man es ihm nicht ansieht. :) Moritz und ich haben ihm daher einen kleinen Kuchen geholt und sind abends lecker zum „Papaey“ gegangen, wo es die besten Burger in Accra geben soll, und was ich – ohne jegliche örtliche Vergleichsmöglichkeiten zu haben – auch voll bestätigen kann! Viel besser als McD und BK! Vielleicht kann ich auch an dieser Stelle erwähnen, dass es beiderlei in Ghana überhaupt nicht gibt! Wunder geschehen... ;)
Alles, alles Gute an das heutige Geburtstagskind (er weiß schon) und bis bald!


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